FMY e.V. fördert Yoga im Raum Moenchengladbach
Bildmotiv zum Thema Indien und Yoga!
E-Mail an FMY e.V. Beispielstunden Anmeldung zum Ueben Uebunbsarchiv-Asana Yoga-Fotos-Filme-Texte Shop für Yoga-Artikel Gastbuch Seiten empfehlen Abwaerts
Advaita Vedanta Die Philosophie des Advaita Vedanta (1 von 3 Seiten)

Zurück ◄

Yoga heute
Chakras & Energie
Hand - Mudras
Hatha Yoga
Yoga Pradipika
Urklang & Yoga
Tinnitus
Meditation
Mantra
Katha Upanishad
Bhagavad Gita
Yoga Sutras
Astanga Yoga
Advaita Vedanta
Gedichte

 

 

 




Über Atman

Über das Absolute

Advaita

Über Atman

Wir können also die alten Schriften mit der modernen Wissenschaft in Übereinstimmung bringen. Jene Kraft, die sich, allmählich aber verschiedene Stufen ansteigend, offenbart, bis sie zum vollkommenen Menschen wird, kann nicht aus dem Nichts kommen. Irgendwo muß sie existiert haben, und wenn das Weichtier oder die Keimzelle der erste Punkt ist, zu dem man sie zurückverfolgen kann, dann muß die Keimzelle diese Kraft irgendwie enthalten haben. Es ist ein Streitpunkt, ob die stoffliche Zusammenballung, Körper genannt, die Ursache ist für die Offenbarung der Kräfte, die wir Seele oder Gedanke nennen, oder ob es der Gedanke ist, der sich als Körper kundgibt. Die Religionen behaupten natürlich, der Körper sei eine Manifestation der Kraft, die wir Gedanken nennen und nicht umgekehrt. Moderne Lehren sagen, was wir mit Gedanken bezeichnen, entstehe einfach, wenn sich die Teile der Maschine, Körper genannt, einordnen.

Wenn wir den Standpunkt einnehmen, die Seele oder die Gedankenmasse oder wie immer wir es nennen mögen, sei nichts anderes als das Erzeugnis einer Maschine, das Erzeugnis von chemischen und physischen Kombinationen von Materie, die Körper und Hirn bilden, dann bleibt noch immer die Frage offen: Was erschafft den Körper? Welche Kraft bindet die Moleküle zur Körperform? Welche Kraft ist es, die der Stoffmasse rings um uns Material entnimmt und daraus den einen Körper so und einen anderen Körper anders gestaltet? Woher kommen alle diese Unterschiede? Zu behaupten, die Kraft, Seele genannt, sei das Ergebnis von Molekülkombinationen des Körpers, heißt den Wagen vor das Pferd spannen. Auf welche Art und durch welche Kraft kamen diese Kombinationen zustande? Wenn wir sagen, sie seien von irgend einer anderen Kraft verursacht worden und die Seele war ihr Ergebnis, so ist das keine Antwort. Jene Theorie muß angewandt werden, die den größten Teil der Tatsachen, wenn nicht alle, erklärt, ohne anderen bestehenden Theorien züi widersprechen. Es ist logischer, zu behanpten, die Kraft, die Material aufnimmt und daraus den Körper formt, sei dieselbe, die sich durch den Körper kundgibt. Es ist deshalb sinnlos zu sagen, die durch den Körper zum Ausdruck kommenden Gedankenkräfte seien das Ergebnis einer Anordnung von Molekülen und hätten keine selbständige Existenz. Ebensowenig kann sich Kraft aus Materie entwickeln. Eher könnte man anschaulich machen, wie das, was wir Materie nennen, überhaupt nicht existiert, sondern nur in einem bestimmten Zustande befindliche Kraft ist. Nachweislich ist Festigkeit, Härte oder irgend ein anderer Zustand der Materie nur das Ergebnis von Bewe-gung. In starke Wirbelbewegung versetzte Flüssigkeiten erhalten die Wucht von Festkörpern. Eine Luftmasse in Wirbelbewegung, zum Beispiel ein Tornado, gewinnt eine Festigkeit, die solide Körper durchbricht oder durchschneidet. Könnte der Faden eines Spinngewebes mit beinahe unbegrenzter Geschwindigkeit bewegt werden, so besäße er die Kraft einer Eisenkette und könnte einen Baum durchschneiden. Von dieser Seite betrachtet, wäre es leichter zu beweisen, daß sogenannte Materie überhaupt nicht existiert, während die Annahme, die Seelen- oder Gedankenkraft sei das Ergebnis von Materie, unbeweisbar ist.



Welche Kraft ist es, die durch den Körper in Erscheinung tritt? Welcher Art diese Kraft auch immer sein mag, offensichtlich sammelt sie gleichsam Teilchen und bildet Formen daraus, zum Beispiel den menschlichen Körper. Keine von außen kommende Macht baut Körper für uns; keiner kann Nahrung für den anderen zu sich nehmen, jeder muß sie sich selbst einverleiben, urn Blut und Knochen und alles andere aus dieser Nahrung zu bilden. Welche geheimnisvolle Kraft ist es, die in diesem Augenblick in uns arbeitet?

Wie die alten Schriften uns beweisen, glaubte man in früheren Zeiten, diese Kraft werde durch eine feine Substanz offenbart, welche die gleiche Form besitzt wie unser Körper, jedoch dessen Zerfall überdauert. Später aber taucht die höhere Idee auf, dieser feine Körper könne nicht jene Kraftquelle sein, da alles, was Form besitzt, das Ergebnis einer Zusammensetzung aus Teilen sein müsse, und als solche von etwas abhänge, was nicht zusaramengesetzt ist. Wenn ein feiner Leib notwendig ist, um den physischen Leib zu beeinflussen, so muß notwendigerweise auch der feine Leib von etwas beinflußt werden. Und dieses Etwas nannte man die Seele, Atman in Sanskrit. Es ist also Atman, der mittels des feinen Leibes auf den groben, äußeren Leib einwirkt. Der feine Körper ist gleichsam der Träger des geistigen Organismus, dem Gemüt, Verstand, Sinne, Wille und anderes mehr angehören, doch Atman ist jenseits davon. Atman ist nicht identisch mit Sinnen, Gemüt oder Verstand, sondern er wirkt auf diese ein und durch sie auf den Körper. Jeder von uns hat einen besonderen Atman und einen besonderen feinen Leib, und von diesen beiden wird der physische Körper beeinflußt.

Verschiedene Fragen erheben sich über das Wesen dieses Atman: Was ist dieser Atman, der weder mit dem Körper, noch mit dem Gemüt, den Sinnen, dem Intellekt, den Gefühlen oder Gedanken identisch ist? Philosophische Spekulationen mannigfaltiger Art und zahllose Diskussionen über dieses Thema sind entstanden. Wir wollen hier den Versuch machen, einige der Schlußfolgerungen, bei denen man anlangte, aufzuzeigen. Die verschiedenen Philosophien scheinen darin übereinzustimmen: dieser Atman hat, was immer er auch sein mag, weder Gestalt noch Form; etwas Gestaltloses und Formloses aber muß allgegenwärtig sein. Zeit und Raum sind nur Formen der dem Menschen angeborenen Anschauungsweise. Ohne Zeit kann es keine Kausalität geben, denn ohne die Vorstellung zeitlicher Aufeinanderfolge kann es keine Vorstellung einer Ursache geben. Zeit, Raum und Kausalität entstehen erst durch die dem Menschen angeborene Art der Anschauung; der Atman jedoch ist jenseits des menschlichen Sinnes und formlos, und muß daher jenseits von Zeit, Raum und Kausalität sein. Wenn er aber jenseits von Zeit, Raum und Kausalität ist, muß er unendlich sein.

Nun kommt die höchste Spekulation unserer Philosophie. Das Unendliche kann nicht in zwei Teile geteilt werden. Wenn die Seele unendlich ist, kann es nur eine Seele geben, und alle Vorstellungen von verschiedenen Seelen - er hat eine Seele, ich habe eine Seele und so fort - sind unhaltbar. Der wahre Mensch ist deshalb einzig und unendlich, der allgegenwärtige Geist, und der sichtbare Mensch ist nur eine Begrenzung jenes wahren Menschen. In diesem Sinne sind die Mythologien wahr, wenn sie sagen, daß der sichtbare Mensch, wie überragend er auch immer sein mag, nur ein schwacher Widerschein des wahren Menschen ist. Der wahre Mensch, der Geist, der jenseits von Ursache und Wirkung, ungebunden von Zeit und Raum ist, muß daher frei sein. Er war niemals gebunden und konnte niemals gebunden sein. Der sichtbare Mensch, sein Spiegelbild, ist beschränkt von Zeit, Raum und Kausalität und deshalb gebunden. Oder, wie es einige unserer Philosophen ausdrücken, er scheint gebunden, ist es aber in Wirklichkeit nicht. Jene Allgegenwart, jener geistige Wesenskern, jene Unendlichkeit, das ist die Wirklichkeit in unseren Seelen. Jede Seele ist unendlich, geburtlos und todlos.

Bei einer Prüfung wurden einigen Kindern schwierige Fragen vorgelegt, unter anderem die, warum die Erde nicht fällt. Der Lehrer wollte Antworten über die Schwerkraft hören. Ein kleines aufgewecktes Mädchen antwortete mit der Gegenfrage: „Wohin sollte sie fallen?“ Die Frage des Lehrers ist unsinnig. Wohin sollte die Erde fallen? Für sie gibt es weder Fallen noch Steigen; im unendlichen Raume gibt es weder unten noch oben; dieser Begriff ist relativ. Woher sollte das Unendliche kommen, wohin sollte es gehen?

Erst wenn wir aufhören, an die Vergangenheit oder an die Zukunft zu denken, wenn wir die Körperidee aufgeben - denn der Körper kommt und geht und ist begrenzt -, erst dann können wir uns zu einem höheren Ideal erheben. Der Körper ist nicht der wirkliche Mensch, auch nicht Verstand, Gemüt oder Sinne, sie alle wachsen und verfallen. Der Geist allein lebt ewig. Körper und Sinne, Verstand und Gemüt verändern sich fortwährend und sind tatsächlich nur Namen für Reihen von wechselnden Erscheinungen, Flüssen zu vergleichen, deren Wasser beständig wechselt und die trotzdem eine einheitliche Wassermasse zu sein scheinen. Jedes Teilchen unseres Körpers ist in ständiger Veränderung begriffen; niemand hat den gleichen Körper auch nur für wenige Minuten, und trotzdem betrachten wir ihn als denselben Körper.
realitaetsmonopole

Das gleiche gilt für den Sinn, der in einem Augenblick froh, im anderen betrübt, manchmal stark und manchmal schwach ist, ein immer wechselnder Wirbel. Das alles kann nicht der Geist sein, der unendlich ist. Nur das Begrenzte kann sich verändern: es ist Unsinn zu meinen, das Unendliche könne sich auch nur im geringsten verändern. Wir, als begrenzte Körper, können uns bewegen, jeder Teil im Weltall ist in ständigem Wechsel begriffen, aber das Universum als eine Einheit, als ein Ganzes betrachtet, kann sich weder bewegen noch verändern. Bewegung ist immer relativ. Etwas bewegt sich im Verhältnis zu etwas anderem, ein Teil im Universum kann sich verändern in Beziehung zu einem anderen Teil, aber mit Bezug worauf sollte sich das Universum, als Ganzes betrachtet, bewegen? Außer ihm ist ja nichts, und deshalb ist diese unendliche Einheit unveränderlich, unbeweglich, unbedingt und dies ist der wirkliche Mensch. Unsere Wirklichkeit besteht deshalb im Allumfassenden und nicht im Begrenzten.

Es ist ein alter, wenn auch bequemer Aberglaube, zu denken, wir seien kleine, beschränkte Wesen, die sich ständig verändern, und die Menschen bekommen Angst, wenn man ihnen sagt, sie seien ein allumfassendes, allgegenwärtiges Wesen. Durch alles wirken wir, durch jeden Fuß, der schreitet, durch jeden Mund, der spricht, durch jedes Herz, das fühlt.
 

Weiter lesen
 

 
Design powered and sponsored by: Pixeltempel - Multimedia & Webdesign Login FMY e.V. Intern Haftungsausschluss Impressum nach TDG Interne Suche Linkliste Literatur Wollen Sie unsere Website zu Ihrer Browser Startseite machen? Moechten Sie diese Seite Ihren Favoriten hinzufügen? Aufwaerts