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Mediation Kleine Einführung in die Meditationstechniken der Yoga-Lehre ( - 4 von 6 - )

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Mit Pratyahara folgt dann das Zurückziehen der Sinne von der Außenwelt.

Über die Augen werden die meisten Eindrücke empfangen; deshalb werden sie bei Pratyahara geschlossen. Frei sitzend, die Wirbelsäule in der Schwerkraft ausbalancierend, die Muskulatur entspannend wird die verbleibende Energie auf das Wesentliche gelenkt. mit dem ein- und ausgehenden Atem entfaltet sich das Bewusstsein der inneren Welt. Das Bewusstsein wird nach innen gerichtet und lässt die äußeren Geschehnisse unbeachtet vorüberziehen.

Nach Pratyahara beginnt Dharana, die Konzentration des Bewusstseins.

Durch die Konzentration z.B. auf das Atemgeschehen, werden störende, zufällig ablaufende bzw. vom Unterbewussten gesteuerte Wahrnehmungsfunktionen und motorische Funktionen des Zentralnervensystems Überlagert und unterdrückt.

Im Raja-Yoga ist das Meditationsobjekt bzw. Konzentrationsobjekt ein Mantra. Das Mantra ist ein Wort oder Laut, dessen Bedeutung liegt vorrangig in der Fokusfunktion. Das meist genutzte Mantra ist

-- OM --
 (AUM)

, aber auch andere Mantren wie -- SO-HAM -- werden zur Fokussierung genutzt. OM ist das ursprünglichste Mantra, die Wurzel aller Töne und Buchstaben und somit aller Sprachen und Gedanken. Im Tantrismus wird es dem sechsten Chakra zugeordnet und steht somit in unmittelbarer Beziehung zur höchsten Sphäre. SO steht für das Ichbewusstsein, und HAM für das Selbst, das Nicht-Ich oder das wesenhafte Sein. Auf diese werden im Mantra das individuell begrenzte Bewusstsein und das unbegrenzte Sein miteinander verbunden. Diese Verbindung oder auch Anjochung, die noch im zustand der Dualität steht, wird dann Yoga genannt und wird in samyama (Sammlung) allmählich vertieft bis zum Einssein, wo alle Zweiheit endet.

Um die Konditionierung zu erleichtern, sollte man bei dem Mantra bleiben, für das man sich einmal entschieden hat. Beim Denken des Mantras im Rhythmus des Atems ist es wichtig, Atem wie Mantra geschehen zu lassen. Der Atem sollte kommen und gehen, wie er will. Manchmal ist er stärker, manchmal ist er schwächer, manchmal spürt man ihn in der Bauchgegend, manchmal mehr oben, im inneren der Nase. Man lässt ihn geschehen und folgt diesem Atemprozess. Man ist mehr Beobachter als Handelnder und versucht nicht, den Atem zu manipulieren, zu kontrollieren oder zu beeinflussen. Meditation ist also nicht mit Pranayama gleichzusetzen. Pranayama dient der Vorbereitung auf die Meditation.

Auch das Mantra wird in passiver Weise gedacht. Das Mantra mag sich manchmal leiser, manchmal lauter, einmal voller und das andere mal feiner ausgestalten. Es sollte also nicht versucht werden, das Mantra in einer festgelegten Weise zu denken. Durch Koppelung des Mantras an den Atem wird mit zunehmender Übung der ganze Prozess automatisiert, so das Mantra und Atem wie von selbst aus einem heraus kommen und man einfach passiv geschehen lassen kann.

Häufig wird es während der Meditation geschehen, dass das Mantra wie auch der Atem feiner werden und die Bewusstheit sich auf immer kleinere und feinere Reize einstimmt. Die Bewusstheit erhöht sich, körperlich wie geistige Prozesse werden immer feinsinniger, minutiöser wahrgenommen, und schließlich kann der Wahrnehmungsgegenstand so fein werden, dass er nicht mehr, vorhanden ist. Das Bewusstsein existiert dann ohne Bewusstseinsinhalt, es schwebt ohne Mantra. Atem, Gedanken und Körpergefühl kommen vollkommen zur Ruhe. All diese Prozesse werden nicht absichtlich eingeleitet. Durch Geschehen lassen entwickeln sich diese Prozesse während der Meditation selbsttätig.

Wenn man sich den Konzentrationsgegenstand, das Mantra, als Linie vorstellt, die sich über eine bestimmte Zeit erstreckt, dann würden störende Gedanken Abzweigungen von der linearen Ausrichtung des Bewusstseins ergeben. Denn schon nach kurzer Zeit werden assoziative Streuungen, Gedanken, Phantasien und Körpergefühle auftreten, welche die Aufmerksamkeit vom Mantra ablenken.

(Die folgende Graphik soll diesen Prozess der assoziativen Streuung veranschaulichen.)


Diese Störungen haben ihre Ursache in früheren Verdrängungen, die den Geist in Spannung versetzen und ihn unruhig machen. Um den so genannten Prozess der Desensitivierung zu ermöglichen, ist, es wichtig, solche Störungen auftreten zu lassen und sie nicht zu behindern. In dem graphischen Beispiel treten vier typische Störgedanken auf. Diese Gedanken oder assoziativen Streuungen können bei verschiedenen Menschen unterschiedliche Inhalte haben. Der eine bekommt nur banale Alltagsgedanken, ein anderer erlebt Szenen aus frühester Kindheit wieder, noch ein anderer stößt auf sinnlose Wortreihen, während manche in die wundervollsten Phantasiereisen abschweifen. Alle diese Störungen sind gleichrangig, sie haben alle ihren Sinn und ihre Ursache, und es wäre falsch, sie miteinander zu vergleichen und zu werten. Sie sind einfach da, stellen sich ein und müssen akzeptiert werden, so wie sie sind.

Aber ebenso wie die Unterdrückung der Störungen vermieden werden soll, sollte eine weitere Beschäftigung mit ihnen innerhalb der Meditation vermieden werden. Wenn ein Gedanke losschießt, hängt eine Assoziation sich an die nächste, und das ohne Ende. Zum Beispiel: Ich habe Hunger- Wie kann ich das jetzt nur denken? Ich will doch meditieren- Ich sollte jetzt nicht weiterdenken, sondern zum Mantra zurückkehren- Dabei fällt mir ein, dass ich gestern vergessen habe ... usw.. So würde man im Getümmel der Gedanken hin und her irren, sich verrennen und alles andere als meditieren.

Was immer wieder erlernt werden muss, ist das loslassen dieser Störungen. Das bedeutet, sobald man sie erkennt bzw. wahrnimmt, kehrt man zu seinem Mantra zurück. Störungen werden nicht analysiert oder interpretiert und man versucht, sie während der Meditation nicht zu begreifen. Man nimmt sie einfach wahr, lässt sie so wie sie sind und lässt sie dann los, indem man das Mantra vorzieht.

Auf diese Weise lernt man, den inneren Prozessen zuzuhören, ohne sie zu bewerten und diese Fähigkeit zur nicht wertenden Wahrnehmung ist eines der bedeutendsten Kennzeichen von Selbstentfaltung oder Selbstverwirklichung. Das ist Einüben von Selbstakzeptanz: man lernt das, was in einem ist, einfach stehen zu lassen und nichts von Bewertungen und Kategorien hinzu zutun.

In der Meditation löst sich alter Stress, im Körper fest geschriebene Erinnerung als Vergangenheitskonflikte, nach und nach auf. Manchmal geschieht das während der Meditation und man fühlt sich hinterher im Leben freier und besser. Manchmal erlebt man auch eine sehr schöne Meditation mit sehr angenehmen, entspannten Gefühlen und stößt dann hinterher im sozialen Kontakt plötzlich auf neue Gefühle der Gereiztheit oder des Ärgers, die vorher unterdrückt worden waren und erst durch die Meditation sichtbar geworden sind.

Obwohl Meditation Über längere Zeit von negativen Gefühlen befreit, steht doch am Anfang das deutlichere Wahrnehmen und Erleben von negativen Gefühlen Das kann während der Meditation geschehen oder auch jederzeit im normalen Alltag. In jedem Fall jedoch kann man auf die Selbstregulierenden Kräfte des individuellen Organismus vertrauen. Auch hier gilt es, den Ablauf der Entwicklung nicht zu beeinflussen, sondern ihr nicht wertend zu folgen.
 

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